Nicht weinen? (Über verschütteter Milch)

Mein Schreibtisch steht vor einem Sonnenfenster das auf eine verkehrs-beruhigte Straße mit Supermarkt schaut. Menschen fahren andauernd mit vollgeräumten Einkaufswagen durch meine Straße. Faszinierend, was da alles unter Achzen und Knarren mit den „ausgeliehenen“ Supermarkteinkaufswagen durch die Gegend geschoben wird.

Öfter fallen die dann beim Transport auch um. Weil es in der Straße zwecks Verkehrsberuhigung zu viele Randsteine gibt um dort einfach so gemütlich entlangzufahren. Der Supermarkt da vor dem Fenster ist besser als Fernsehen.

Heute so unpolitisch.

Heute ist so ein Tag.

Gedenktag an die Novemberpogrome. Und der neue Nationalrat wird angelobt. In gewissen unglücklich zum 1. Thema passenden Parteien gibt es da mehr deutschnationale Korporierte als Menschen die keine Männer sind und auch sonst passt das alles sehr gut zu den Entwicklungen in der restlichen Welt.

Passend zum Tage, Monat und Jahr hab’ ich heute was für euch zum Ausdrucken, Sticker machen oder für T-Shirts:

Eine kleine Erinnerung

Macht was Schönes damit falls ihr mögt, und wenn ihr euch wegen der Lizenz unsicher seid könnt ihr mich auch gerne kontaktieren. Eine 3-färbige Version für Foliendruck auf T-Shirts ist noch in Arbeit.

Und ein paar Worte

Ursprünglich eigentlich als Kommentar auf die Techbubble, deren Innovationen und Neutralitätsansprüche gedacht, passt das Zitat auch hier. Wie praktisch! Mir liegt viel Text ja nicht so, das können und machen andere besser. Daher hier nur eine Zusammenfassung in aller Kürze:

Alles ist politisch. Es ist schlicht eine Frage der Machtverhältnisse wer (oder was) durch Übereinkunft mit einer kulturell dominanten Meinung „neutral“ oder „unpolitisch“ durchgeht, sich nicht reflektieren und rechtfertigen muss.

In den (Geistes-)Wissenschaften herrscht schon länger Einigkeit darüber, dass es Neutralität in dem Sinne nicht gibt. Jede*r von uns hat eine Weltsicht die von dem was wir erfahren, gelernt, gedacht, gebraucht, gewollt und (nicht) bekommen haben geformt ist. Und das fließt in alles ein was wir tun. Wir alle sind politisch. Alles was wir tun ist politisch. Und wenn es gerade auf den ersten Blick nicht so aussieht, dann heißt das nur dass wir in der Privilegienlotterie zufällig das richtige Los gezogen haben.

Und nicht mehr als das.

Das heißt in weiterer Folge, dass nur Vielfalt Vielfältiges schaffen kann. Und dazu müssen alle die eine Stimme bekommen, die nicht sowieso schon tausendfach gehört werden. Dazu müssen diejenigen, die von der Norm abweichen, sichtbar sein – sein dürfen. An sehr vielen Ecken und Enden überall werden aber gerade die laut, die sich von Vielfalt bedroht fühlen. Und sie kämpfen mit allem was sie haben dagegen.

In dem Sinne: Wenn ihr seht es läuft was schief und ihr irgendwie könnt, steht auf und tut was. Helft. Streitet. Seid ungemütlich. Seid sichtbar. Weil schweigen ist immer Zustimmung.

Lazy sunday (plus Kuchen)

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Rhubarb-Apple-Pie!

The weather was not at all appropriate for may (wet, cold, and generally disgusting), so today was spent cooking and baking. And fixing silly computer stuff.

Und das Rezept!

Nachdem ein paar Leute danach gefragt haben, hier das Rezept. Es ist nach einigem Herumexperimentieren und ein paar missglückten Versuchen irgendwann einfach so passiert.

Nachdem das Wetter leider absolut fürchterlich war gibt es dementsprechend auch nur fürchterliche Fotos. Jedes Mal wenn ich die Kamera rausholen wollte um bessere zu produzieren hat es geregnet, und irgendwann war dann kein Kuchen mehr da den irgendwer hätte fotografieren können …

Naja gut war er jedenfalls trotzdem, also macht euch mal schnell auch einen solange der Rhabarber noch Saison hat.

Das größte Problem für die Pieproduktion hier in Österreich ist ja leider eine dafür passende Kuchenform zu bekommen. Das Kuchenrezept ist auf eine traditionelle 9-inch-Pieform (23 cm) ausgelegt, die gibts hier aber nicht. Die roten Aluformen aus meinen Fotos hier funktionieren ganz gut eigentlich, wenn auch nicht ganz so wie ich das gerne hätte. Wenn ihr allerdings wisst wo ich hier in Österreich eine vernünftige Pieform herkriegen kann, dann nur her mit den Tipps.

Achtet jedenfalls darauf, dass die Form in der Größe mindestens fünf Zentimeter hoch ist. Und macht vor dem Backen Löcher in den Teigdeckel. Wirklich. Sonst geht das alles nämlich über. Und die klebrige Soße blubbert und spritzt und dreckt das ganze Backrohr voll. Also sagt nicht ich hätte euch nicht gewarnt :D

Ich hatte für den Kuchen außerdem knackige, rote Äpfel vom Markt und das war vermutlich die bestmögliche Ausgangssituation für eine leckere Füllung. Feste Äpfel machen die schönste Textur im Kuchen und Ich denke alle roten Sorten die nicht mehlig sind wären wahrscheinlich gut geeignet … Aber nun zum Rezept:

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Hier gibts das PDF zum download.

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Minibuch. Winzigklein. Hier für die meisten Fotos liegt es auf einem Stapel Nähmaschinennadeln.

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So klein. Und die Farben des Papiers sind hier auch gut zu sehen.

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Ansonsten hat das Ding 30 Blätter plus Vorsatzpapier, also 60 Seiten. Fünf handgenähte Lagen.

Der Rücken des fertigen Buches ist etwas mehr als zwölf Millimeter hoch, der Einband ist ein Streifen Leder (mit kochendem Wasser gehärtet). Den Buchrücken dann noch ein bisschen durchgeknetet, so geht das jetzt ganz ordentlich auf.

Das fertige Buch durfte dann noch in Tee baden, den Buchblock habe ich an den Kanten mit brauner und schwarzer Tinte eingefärbt.

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Uuund dann wandert das Buch in die Schatzkiste/Pillendose.

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Verschenkfertig verpackt. Sogar mit farblich passender Schleife, die zufällig noch in einer Schublade aufgetaucht ist :)

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Vor mittlerweile 3 Jahren habe ich endlich mal ein Nadelkissen gebaut, nachdem ich davor alles nadelige wild in einer Schachtel rumfliegen hatte.

Die Schale die auf der Tasse aufliegt ist aus Leder geformt (Ein Stück ganz altes, dickes Leder, von einer uralten Handtasche meiner Großmutter die unrettbar kaputt gegangen ist). Das Leder dient einerseits als Deckel, andererseits als Schutz wenn das Nadelkissen ums Handgelenk getragen wird.

Außerdem die wichtigste Funktion davon: Wenn ich unabsichtlich auf das Nadelkissen draufsteige, passiert einfach gar nix. Die Nadeln bleiben im Leder stecken, kommen aber nicht durch (was den Parkettboden freut). Nachdem sie nicht abbrechen (was wiederum die Nadeln gut finden) und dann schon im Leder sind, stecken sie auch nicht in meinen Füßen (was meine Füße sehr begrüßen).

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Die ganz Grundsätzlichen Nähutensilien, die eh nur in Zusammenhang mit einem Nadelkissen etwas taugen sind jetzt immer in der Nähe des Nadelkissens, das ist unglaublich praktisch wie sich herausgestellt hat. Außerdem steht das Nadelkissen so sehr stabil, weil die Tasse verhältnismäßig schwer ist und der Deckel gut draufsitzt.

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Das Gummiband ist per Knopf befestigt, kann also abgenommen und in der Tasse verstaut werden.

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Und so sieht es jetzt aus, nach 3 Jahren.

Posted in Deutsch, DIY 20.08.2013

buchbinden, miniformat

 

Erkenntnis: Bücher mit 20 Millimeter Rückenlänge gehen genauso einfach wie “große” Bücher, dauern aber in der Herstellung nicht signifikant kürzer. Bei noch kleineren wirds vermutlich schwierig, nachdem dann auch nicht mehr wirklich genug Platz zum Nähen ist.

Die Bilder des fertigen Buches kommen dann ein anderes Mal.

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Und dann kommt der Ledereinband – davon gibts offenbar keine Bilder.

Der Einband ist ohnehin nur ein beschnitztes Streifchen Lederrest. Wie bei den großen Büchern ist auch Japanpapier dabei um die Verbindung von Vorsatzpapier und Cover zu verstärken.

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Und als Letztes geht das Buch noch in Tee baden. Irgendwie hat der Eierbecher hier was von einem Vogelbad :D

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Wollte spontan eine neue Hose anziehen, hab schnell eine genäht. Im Prinzip der gleiche Schnitt wie die Bettwäschehose nur als Shorts.

Hat sogar das gleiche Futter.

Ich frag’ mich ja, ob ich tatsächlich nur Kleidung in Türkistönen nähe. Hier am Blog siehts jedenfalls aus, als hätte ich andauernd das Gleiche an. *grübel*

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Gebügelt wär die Sache zwar schon irgendwie ansehnlicher, aber besser knautschige Fotos als gar keine :)

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Detailkram. Der Knopf ist der Ersatzknopf von einer Jacke die ich vor Jahren verloren hab. (Wie verliert eins eigentlich eine ganze Jacke?)

Nachdem die Bilder von einer kleinen Wanderung sind, gibts auch ein bisschen Natur:

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Wilde Himbeeren, weil die so lustig klein sind.

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Leib und Leben riskierend aus dem stacheligen Gebüsch am Wegrand geerntet. Oder so :)